Ratgeber
Relaunch-Checkliste: 20 Punkte ohne Ranking-Verlust
Ein Relaunch soll mehr Anfragen bringen — nicht weniger. Trotzdem verlieren viele Websites nach dem Umbau Sichtbarkeit bei Google, weil Weiterleitungen fehlen oder gute Inhalte verschwinden. Diese Checkliste führt durch alle Phasen: von der Bestandsaufnahme bis zur Kontrolle nach dem Go-live.
1. Vor dem Relaunch: Bestandsaufnahme
Die meisten Ranking-Verluste entstehen, weil niemand weiß, was die alte Seite eigentlich geleistet hat. Deshalb zuerst messen, dann umbauen.
Alle URLs erfassen
Eine vollständige Liste aller Seiten der alten Website anlegen — aus der Sitemap, einem Crawl und der Google Search Console. Diese Liste ist die Grundlage für die Weiterleitungen.
Top-Seiten identifizieren
In der Search Console (Leistung → Seiten) nachsehen, welche Seiten Klicks und Impressionen bringen. Diese Seiten dürfen inhaltlich nicht schlechter werden.
Suchbegriffe sichern
Die wichtigsten Suchanfragen exportieren. Nach dem Relaunch lässt sich so prüfen, ob die neue Seite für dieselben Begriffe wieder gefunden wird.
Backlinks prüfen
Welche externen Websites verlinken auf welche Unterseiten? Diese Ziel-URLs brauchen unbedingt eine Weiterleitung.
Ziele festlegen
Was soll der Relaunch verbessern — mehr Anfragen, schnellere Ladezeit, einfachere Pflege? Ohne messbares Ziel lässt sich der Erfolg später nicht bewerten.
2. Während der Umsetzung: Inhalte und Struktur
Ein neues Design allein bringt keine Besucher. Entscheidend ist, dass Google die neue Seite mindestens so gut versteht wie die alte.
URL-Struktur bewusst planen
Gute bestehende URLs möglichst beibehalten. Jede geänderte URL ist ein Risiko, das nur mit einer sauberen Weiterleitung abgefangen wird.
Weiterleitungsplan (301) erstellen
Jede alte URL bekommt eine dauerhafte 301-Weiterleitung auf die inhaltlich passendste neue Seite — nicht pauschal auf die Startseite.
Inhalte nicht kürzen, sondern verbessern
Texte, die gut ranken, nicht für ein schlankeres Design opfern. Besser: Inhalte strukturieren, aktualisieren und um echte Beispiele ergänzen.
Title und Meta-Description übernehmen
Seitentitel und Beschreibungen der Top-Seiten übernehmen oder bewusst verbessern — nicht dem Zufall eines neuen CMS-Templates überlassen.
Überschriften sauber gliedern
Eine H1 pro Seite, darunter logisch verschachtelte H2 und H3. Das hilft Google und Screenreadern gleichermaßen.
Kontaktwege testen
Formulare, Telefonnummern und Buchungswege auf allen Geräten ausprobieren. Ein kaputtes Formular kostet mehr Anfragen als jedes Ranking.
3. Technik vor dem Go-live
Kurz vor dem Umschalten entscheiden oft Kleinigkeiten darüber, ob Google die neue Seite überhaupt indexiert.
Staging-Seite für Google sperren
Die Testumgebung per Passwort oder noindex schützen, damit keine doppelten Inhalte im Index landen.
noindex auf der Live-Seite entfernen
Der Klassiker: Die Sperre der Testumgebung wird mit live geschaltet. Vor dem Go-live robots.txt und Meta-Robots prüfen.
Ladezeit und Core Web Vitals messen
Mit PageSpeed Insights prüfen, besonders auf dem Handy. Große Bilder komprimieren, unnötige Skripte entfernen.
HTTPS und eine Domain-Variante
Alle Varianten (http, www, ohne www) leiten auf genau eine Version weiter. Canonical-Tags zeigen auf dieselbe Version.
Impressum und Datenschutz aktualisieren
Neue Dienste (Formular-Anbieter, Analyse, Schriftarten, Karten) in der Datenschutzerklärung ergänzen und das Cookie-Banner entsprechend einstellen.
4. Nach dem Go-live: Kontrolle
Die ersten vier Wochen nach dem Relaunch zeigen, ob alles richtig übernommen wurde.
Neue Sitemap einreichen
Die XML-Sitemap in der Google Search Console einreichen und die wichtigsten Seiten per URL-Prüfung zur Indexierung anmelden.
Weiterleitungen stichprobenartig testen
Die alten Top-URLs aufrufen und prüfen, ob sie mit Status 301 auf die richtige neue Seite führen — ohne Weiterleitungsketten.
404-Fehler beobachten
Im Bericht „Seiten“ der Search Console nach „Nicht gefunden (404)“ suchen und fehlende Weiterleitungen nachtragen.
Rankings und Anfragen vergleichen
Klicks, Impressionen und Anfragen mit dem Zeitraum vor dem Relaunch vergleichen. Kurze Schwankungen sind normal, ein anhaltender Einbruch nicht.
Häufige Fragen zum Website-Relaunch
Verliert man bei einem Website-Relaunch automatisch Google-Rankings?
Nein. Rankings gehen vor allem dann verloren, wenn URLs ohne Weiterleitung wegfallen, gute Inhalte gekürzt werden oder die neue Seite versehentlich für Google gesperrt ist. Mit sauberem Weiterleitungsplan und Kontrolle nach dem Go-live bleiben sie in der Regel erhalten oder verbessern sich.
Wie lange dauert es, bis Google die neue Website verarbeitet hat?
Die wichtigsten Seiten sind oft nach wenigen Tagen neu indexiert. Bis sich Rankings vollständig eingependelt haben, vergehen meist einige Wochen — deshalb in dieser Zeit Search Console und Anfragen genau beobachten.
Wann lohnt sich ein Relaunch statt einer Überarbeitung?
Wenn die Technik veraltet ist, die Seite auf dem Handy schlecht funktioniert, die Pflege unverhältnismäßig aufwendig ist oder Struktur und Inhalte nicht mehr zum Angebot passen. Sind nur einzelne Seiten schwach, reicht oft eine gezielte Überarbeitung.